In den vergangenen Wochen haben sich die Stadt Dorsten und alle an den diesjährigen „Dorstener Grundgesetztagen“ Beteiligten intensiv auf den 18. Mai 2026, dem feierlichen Eröffnungstag vorbereitet, so auch unsere Schule. Denn dass sich im Rahmen der Eröffnungsfeier hoher Besuch aus Berlin angekündigt hat, hat in Dorsten und Umgebung schnell die Runde gemacht. Der streng durchgetaktete Besuch des Bundespräsidenten am Montagnachmittag begann bei uns am Gymnasium.
Planmäßig hielt die Limousine unseres Staatsoberhauptes gegen 15.30 Uhr in der Ursulastraße, wo sie schon von Bürgermeister Tobias Stockhoff, anderen städtischen und unseren schulischen Vertretern in Begleitung unserer NRW-Schulministerin Dorothee Feller erwartet wurde, um die Gäste aus Berlin in Empfang zu nehmen und in Dorsten zu begrüßen. Den Auftakt einer Reihe von Stationen, die die Organisatoren der Dorstener Grundgesetzwoche für Bundespräsident Steinmeier vorbereitet haben, machte die Reinigungsaktion der Stolpersteine in der Ursulastraße 15.
Zusammen mit unseren Schülern Arne Bräuer, Sam Maaß und Felix Hege reinigten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender die fünf Stolpersteine, die bis heute an das Schicksal der jüdischen Familie Schöndorf erinnern. Betreut und vorbereitet wurde diese erste Station von unserem Schulpfarrer Henner Maas, der sich mit Schülerinnen und Schülern seiner Klassen immer wieder ehrenamtlich um die Stolpersteine kümmert. Und so lagen bei Ankommen des hohen Besuchs schon Kniepolster, Gummihandschuhe, Reinigungsmittel und Lappen bereit, um gemeinsam die Messingplatten zu säubern.
Nach dieser ersten Station, zu der sich neben den zahlreichen Medien-Vertreterinnen und – Vertretern auch weitere Personen aus der Schulgemeinschaft sowie Dorstener Bürgerinnen und Bürger gesellten, zog die Delegation, angeführt von Bürgermeister Tobias Stockhoff, weiter durch die Ursulastraße zum Jüdischen Museum.
In der Zeit, in der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender weitere Stationen im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeit rund um die Innenstadt besuchten, strömten zu einer eigentlich eher ungewöhnlichen Uhrzeit am späten Nachmittag immer mehr Schüler aus verschiedenen Richtungen zurück zur Schule und versammelten sich vor unserer Pforte in der Ursulastraße.
Zu einer weiteren Aktion hatte der Leistungskurs Sozialwissenschaften von SoWi-Lehrer Adrian Deckers die Schülerschaft sowie Lehrkräfte eingeladen. Während der Bundespräsident inzwischen am Grundgesetzladen in der Innenstadt angekommen war, bewegte sich die Gruppe langsam entlang der Ursulastraße, vorbei an der St. Agatha-Kirche hin zur Suitbertusstraße 7 und formierte sich langsam zu einer Kette, bestehend aus Schülerschaft und Lehrkräften, indem sich die Beteiligten schon während des Laufens an die Hand nahmen. Ziel war es, den Bundespräsidenten und seine Frau nach dem Besuch des Grundgesetzladens entlang der Menschenkette zu seiner nächsten Station, dem Alten Rathaus am Marktplatz zu führen.
Bei zum Glück trockenem Wetter ist die Idee des Leistungskurses ein voller Erfolg geworden. In nur wenigen Minuten zog die Menschenkette Passantinnen und Passanten sowie Pressevertreter an. Das Vorhaben, mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch über unser Grundgesetz zu kommen und ein starkes Zeichen für Demokratie und Gemeinschaft zu setzen, ging auf. Die Menschenkette sorgte zudem für ein besonderes Gemeinschaftsgefühl und zeigte den Zusammenhalt aller Teilnehmer.
Höhepunkt der Veranstaltung war dann das Treffen des Bundespräsidenten Steinmeier mit seiner Frau, indem sich die Tür des Grundgesetzlandes öffnete und der Anfang unserer Menschenkette den hohen Besuch in Empfang nahm. Die SoWi-Leistungskursmitglieder Carla Puls, Judith Triptrap, Rosa Feldmann sowie Schülersprecherin Annika Teuber erklärten Bundespräsident Steinmeier und seiner Frau den Hintergrund der gemeinsamen Aktion. „Unser Leistungskurs möchte gemeinsam mit weiteren Schülern unserer Schule ein Zeichen für Demokratie, Zusammenhalt und den Schutz unserer Grundrechte setzen“, so Carla. Judith ergänzte: „Zudem wollen wir mit Hilfe der Menschenkette auf den Grundgesetzladen aufmerksam machen.“ Rosa verwies auf die besonderen Shirts, die schon im Vorfeld viele Blicke auf sich gezogen haben: „Deshalb tragen wir heute selbst gestaltete T-Shirts, auf deren Rücken Artikel des Grundgesetzes stehen, die wir im Rahmen unseres Unterrichts ausgewählt haben und die uns persönlich besonders wichtig sind.“ Annika pflichtete bei: „So möchten wir zeigen, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist, sondern von jedem Einzelnen gelebt und geschützt werden muss.“
Ein Exemplar der Shirts mit dem Motiv der Dorstener Tage des Grundgesetzes überreichten die Schülerinnen und Schüler dem Bundespräsidenten in Größe M, der sich sichtlich freute und das Andenken mit einem Augenzwinkern kommentierte: „Ich finde es sehr anerkennenswert, dass ihr mir M zugetraut habt.“ Im Gegenzug signierte der Bundespräsident eines unserer Shirts, das in den kommenden Wochen einen besonderen Platz in unserer Schule erhalten wird. Der Bundespräsident, unsere Schulministerin und auch unser Bürgermeister waren begeistert vom Engagement unserer Schülerschaft.



Nach dem Empfang schritt der Bundespräsident mit seiner Frau entlang der Menschenkette, in die sich inzwischen auch zwei, drei Bürger eingereiht hatten, Richtung Altes Rathaus. Auf dem Weg nahm er sich immer wieder Zeit, um mit der Schülerschaft sowie Menschen, die zahlreich in die Stadt gekommen waren, zu sprechen. Viele kannten den Bundespräsidenten bisher nur aus dem Fernsehen und empfanden es als große Ehre, ihn persönlich zu treffen. Gleichzeitig zeigte dies, dass sich junge Menschen aktiv für Politik interessieren und ihre Stimmen einbringen. Die Schülerinnen und Schüler betonten außerdem, wie wichtig es sei, sich gerade in der heutigen Zeit für Grundrechte und Demokratie einzusetzen, damit diese Werte erhalten bleiben. „Wir leben in einer Demokratie und das wollen wir heute feiern“, so Oberstufenschülerin Helen Schwankl. Die Veranstaltung wurde insgesamt als positives Zeichen für demokratisches Engagement, Gemeinschaft und politische Beteiligung wahrgenommen.
Für Helens Freundin Leni Trzeszcz, ebenfalls Oberstufenschülerin, ist die Teilnahme an der Menschenkette ein persönliches Anliegen: „Jeder Mensch hat Rechte.“
Dank dieser gemeinsamen Aktion wird dieses Erlebnis unserer Schulgemeinde noch lange in Erinnerung bleiben.
Ein besonderer Dank geht an die Stadt Dosten für die gemeinsame Planung der Aktionen, an unseren Förderverein für das Sponsoring der zahlreichen Shirts, an das Dorstener Handelshaus Radomski für das unkomplizierte und entgegenkommende Produzieren der Shirts sowie an Fotografin Juliette Meinhövel de Monicault, die mit ihrer Kamera die besonderen Momente für die Schulgemeinde festgehalten hat.
(Artikel: Pia Störbrauck und Adrian Deckers)






































































