Trauer um Sr. Johanna

Die Schulgemeinschaft trauert um Sr. Johanna Eichmann, die am 23. Dezember 2019 im Kreis ihrer Mitschwestern verstorben ist. Sie wurde 93 Jahre alt.

Sr. Johanna hat unsere Schule geprägt wie kaum jemand sonst: Als Schülerin (1936 – 1942), als Lehrerin für die Fächer Deutsch und Französisch (1956 – 1991), als reformfreudige und renommierte Schulleiterin (1964 – 1991) und schließlich als Oberin des Dorstener Ursulinenkonvents (1995 – 2007).

Mit dem Jüdischen Museum Westfalen, dessen Mitbegründerin Sr. Johanna war und das sie maßgeblich mit aufgebaut hat, verbindet das St. Ursula Gymnasium seit vielen Jahren ganz selbstverständlich eine Bildungspartnerschaft, die aus dem Schulleben nicht mehr wegzudenken ist.

Sr. Johanna anläßlich ihres 90 Geburtstages. Quelle: Michael Klein, Dorstener Zeitung

Sr. Johanna hat in ihrem Leben unzählige und tiefe Spuren hinterlassen. Viele Schülerinnen und Schüler erinnern sich ehrfurchtsvoll und dankbar an sie. Für viele Lehrerinnen und Lehrer war sie als Kollegin und Schulleiterin eine Leitfigur, die „ihr“ Gymnasium St. Ursula im Sinne der ursulinischen Tradition beharrlich fortentwickelte. Wer sie erleben durfte, weiß um ihre großartige und beeindruckende Persönlichkeit. Mit wachem Verstand und brillanter Rhetorik wusste sie Menschen für ihr Eintreten für Menschlichkeit, für Emanzipation, Demokratie und Toleranz zu gewinnen. Ihre „Jüdischkeit“ trug sie zunehmend ein in ihren christlichen Glauben an den Gott Israels.

Wir sind dankbar für ihr Leben und verneigen uns vor einer großen und großartigen Frau.Sr. Johanna Eichmann, geb. Ruth Eichmann, geboren am 24. Februar 1926 in Münster, gestorben am 23. Dezember 2019 in Dorsten.

Video von Rüdiger Eggert
Der Verein „Heimatsucher e.V.“ informiert im Rahmen seiner Erinnerungsarbeit mit „Zweitzeugen“ an Sr. Johanna. Dort auch ein ausführliches Interview mit Sr. Johanna.