besondere Aktivitäten

Bereits ein zweites Mal konnte das St. Ursula Gymnasium die Holocaust-Überlebende Halina Birenbaum begrüßen, die im Zusammenhang des Holocaust-Gedenktages Deutschland besucht.

Still und ergriffen lauschten 80 Schülerinnen und Schüler aus Oberstufe im Saal des Alten Rathauses den Erzählungen aus der Kindheit einer polnischen Jüdin nach dem Überfall auf Polen 1939.

Halina Birenbaum wurde am 15. September 1929 als Halina Grynstejn-Balin in Warschau geboren als Tochter des jüdischen Handelsvertreters Jakub Grynstejn und dessen Frau Pola Grynstejn-Balin. Sie hatte zwei ältere Brüder, Marek und Chilek. Halina war 10 Jahre alt, als der 2. Weltkrieg und damit ihre Leidensgeschichte begann. Sie durchlebte sie im Warschauer Ghetto, in den Konzentrations- und Vernichtungslagern Majdanek und Auschwitz-Birkenau und den Lagern Ravensbrück und Neustadt-Glewe. Bei ihrer Befreiung am 2. Mai 1945 war sie 15 Jahre alt.

Schreckliche Details berichtete die heute 88jährige vom täglichen Überlebenskampf im Warschauer Ghetto und in den Vernichtungslagern, erzählte eindrücklich und erschütternd von Erniedrigung, Hunger und Entmenschlichung, vom „Umschlagplatz“ im Warschauer Ghetto und wie die Menschen wie Tiere in Güterwaggons getrieben wurden. Sie erzählte von Hunger und Schlägen, von fortwährenden Selektionen, von wundersamen Momenten des Überlebens, von der abscheulichen Angst und dem Überlebenswillen, dem Abschied von Vater und Mutter, die in den Lagern ermordet wurden, zeigte den Schülerinnen ihre zwangsweise tätowierte Häftlingsnummer 48693 am linken Unterarm.

Beinahe zwei Stunden erzählte Halina Birenbaum ununterbrochen, ein Bericht, der unter die Haut ging. Am Ende hatten die Zuhörenden das Gefühl, ungeschönt und sehr authentisch erfahren zu haben, was der Nationalsozialismus für Leiden über Menschen gebracht hat. Aber vor allem blieb der Eindruck, einer ganz berührenden Person begegnet zu sein, einer Frau, die alles daransetzt, dass Menschen aus der Geschichte, auch aus ihrer Geschichte lernen, dass sich die nationalsozialistischen Verbrechen nicht wiederholen dürfen.

Halina Birenbaum lebt in der Marler Partnerstat Herzliya in Israel. 100 Jahre alt möchte die rüstige Frau noch werden – wir wünschen es ihr von Herzen!

Gefördert wurde die Veranstaltung vom Dorstener Arbeitskreis Jugend.

Mehr zur Biographie Halina Birenbaums hier:

https://majdanek2015.jimdo.com/halina-birenbaum/

 

 

 

 

 

Weitere durchgeführte Aktivitäten:

  • Chanukka-Workshop mit Austellung von gebastelten Chanukkaleuchtern im jüdischen Museum
  • Studientag zum Thema „Antisemitismus“
  • Widersprechen – aber wie? – (wiederholtes) Argumentationstraining gegen rechte Parolen
  • Geocaching – jüdischer Friedhof in Dorsten
  • Spuren sichtbar gemacht – Frottagenausstellung von jüdischen Grabsteinen
  • Gestaltend ein Andenken schaffen
  • Chanukka / Weihnachten – (jährliche) Feier mit der Jugendgruppe
  • Zeitzeugengespräch mit Halina Birenbaum
  • Lernen in jüdischen Traditionen
  • Zeitzeugengespräch mit Leise Schwartz
  • Schülerinnen und Schüler kochen koscher